Planen Sie die Route und hinterlassen Sie eine Niederschrift der geplanten Tour

Hinterlassen Sie eine Niederschrift der geplanten Tour bei einer vertrauenswürdigen Person. Melden Sie sich nach der Rückkehr von der Wanderung bei dieser Person. Leider wird gerade die Rückmeldung, daß eine Tour ohne Probleme beendet wurde, von den Wanderern sehr vernachlässigt. Nicht gerade selten ist diese Unachtsamkeit der Grund, daß aufwendige und kostenintensive Suchaktionen völlig unnötigerweise eingeleitet werden. Also denken Sie bitte daran, nach Beendigung der Tour unbedingt die entsprechende Person zu benachrichtigen.

Auf den sogenannten "Great Walks" ist eine Überwachung des Wanderers einigermaßen sichergestellt. Hat man das Ticket für eine bestimmte Hütte erworben, so überprüfen die Ranger abends die Anzahl der Wanderer, treten ggf. mit den anderen Hütten Rangern in Kontakt, um fehlende Wanderer aufzuspüren.

Auch auf den Great Walks sollte man darüber nachdenken die aufgeführten Gegenstände mitzuführen, doch spätestens bei allen anderen Wanderrouten müssen sie zur Standardausrüstung gehören.


Es ist wichtig, daß Sie Karten lesen und mit dem Kompaß umgehen können. Wanderer sollten sich immer darüber im Klaren sein, daß sie einen Sport betreiben, der verschiedene Risikofaktoren beinhaltet. Daher sollten Sie nicht eine Suchaktion herausfordern, nur weil sie sich und ihr Leistungsvermögen überschätzen.


Eine Wanderung niemals unter Zeitdruck beginnen

Denken Sie, bevor Sie aufbrechen, genau darüber nach, wie lange Sie für die geplante Tour brauchen könnten (auf Grundlage der Entfernung, Wetterschwankungen, eigenes Leistungsvermögen usw.).
Ein guter Wanderer kann zwischen 3 und 5 Km in der Stunde zurücklegen, jedoch können es unter widrigen Weg- und Wetterbedingungen sehr rasch weniger werden, so daß man vielleicht nur 5 Km am Tag schafft.


In einer Gruppe Wandern

Seien Sie darauf bedacht, möglichst in einer Gruppe zu wandern und diese sollte stets zusammenbleiben. Laufen Sie nie mit weniger als 3 Personen (dadurch ist gewährleistet, daß immer einer bei dem Verletzten bleiben kann).


Stehenbleiben, wenn man sich verirrt hat

Sollten Sie sich verirren oder vielleicht keine Markierungen mehr finden, bleiben Sie stehen. Gehen Sie erst weiter, nachdem Sie Ihre momentane Situation genau bedacht haben.
Sollten Sie lediglich Ihre Markierung verloren haben, gehen Sie auf dem Weg zurück, bis Sie wieder eine Markierung finden und prüfen Sie dort den weiteren Weg. Manchmal ist der eigentliche Weg nur durch Buschwerk verdeckt.

Sollten Sie sich jedoch völlig verirrt haben, versuchen Sie den Weg auf einem Bergrücken oder in übersichtlichem Gelände fortzuführen; jedoch keinesfalls in dichtem unübersichtlichem Buschwerk.

Sie sollten sich über die Richtung, die Sie einschlagen möchten, 100%ig sicher sein. Lassen Sie an Ihrem Ausgangspunkt eine Nachricht zurück, auf der Sie niedergeschrieben haben, was Sie als nächstes vorhaben. Bevor Sie weitergehen, rasten Sie eine Weile, essen Sie eine Kleinigkeit und bereiten Sie sich sorgfältig auf den weiteren Weg vor.

Nutzen Sie den Kompaß, um die genaue Richtung zu bestimmen. Versuchen Sie, den angepeilten Punkt genau anzulaufen. Hinterlassen Sie an Ihrer Route Nachrichten. Sollten Sie müde werden, halten Sie an und machen Sie eine Pause. Achten Sie darauf, daß Sie sich nicht überanstrengen. Denken Sie stets daran, daß körperliche und geistige Überanstrengung plus eventuelle Kälte, zum Tod führen kann.


Wandern auf bekannten Routen

Folgen Sie bekannten Wanderrouten (z.B. wie in einem Wanderführer beschrieben), stellen Sie sicher, daß die empfohlenen Landkarten verwendet werden. Dadurch steht Ihnen ein Maximum an Informationen zur Verfügung.
Sollten Sie für ein Gebiet mehr als eine Landkarte benötigen, nehmen Sie alle notwendigen Karten mit.
Leider sind manchmal Landkarten etwas veraltet. Berücksichtigen Sie das bei deren Nutzung.
Als Beispiel dafür mag der Gebrauch der Kompaßabweichung dienen, die in jedem Jahr zu- oder abnimmt und im Laufe von Jahren deutlich von dem auf der Karte angegebenen Wert abweicht.


Schutz der Umwelt

Beim Wandern durch vielleicht völlig unberührte oder auch weniger unberührte Gegenden, genießen Sie die herrliche Natur. Gefährden Sie diese Natur nicht durch unachtsames oder gedankenloses Verhalten. Halten Sie sich unbedingt an die geltenden Regeln, über die die Nationalparkverwaltung Sie gerne informieren wird.

Ein paar Dinge sollten Sie sich auf jeden Fall zu Herzen nehmen...




Überflutete Flüsse

Hochwasser an Flüssen, besonders nach regenreichen Tagen, kann den Wanderer erheblich aufhalten oder ihn sogar dazu veranlassen, nicht mehr seine geplante Route laufen zu können. Solch ein Hindernis kann ein nicht unbeträchtliches und gefährliches Abenteuer bedeuten. Kehren Sie ggf. lieber um.


Offizielles Bergnot-Rettungssignal

Sollten Sie in eine Notlage geraten, ist es nicht ungünstig, wenn Sie das offizielle Bergnot-Rettungssignal kennen.

Person in der Notlage
Die Person in der Notlage meldet sich mit folgendem Signal...

Ein Signal (Pfeifen, Rufen, Lichtblitz usw.) alle 10 Sekunden für eine Minute wiederholen. Anschließend eine Minute Pause, um dann wieder die sechs Signale zu wiederholen. Das ganze so lange, bis man gefunden wird.


Retter
Der Retter meldet sich...

mit einem Signal alle 20 Sekunden (3 mal pro Minute) zurück, um mittzuteilen, daß er das gesendete Signal wahrgenommen hat. Man weiß dann, daß mit der Aktivierung der Hilfemaßnahme zu rechnen ist.




Ich nehme zu diesem Zwecke schon seit Jahren eine Pfeife mit auf meine Touren, die mir zumeist viele unverständliche Blicke einbringt und auch viele Erläuterungen abfordert. Zumeist wird diese Erläuterung mit einem Lächeln des Unverständnisses bedacht. Ich vermute, daß jeder, der etwas über die Möglichkeit eines Unfalles nachgedacht hat, oder vielleicht schon selber einmal in eine Notlage geraten ist, kaum so reagieren dürfte.


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Andre Kreitlein - Bonn 1999

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